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FULL KAFKA FRAGMENTE (Kurtag) Milan 2019 Beatrice Binda


Information on the Performance
Information about the Recording
  • Published by: Divertimento Ensemble  
  • Date Published: 2019  
  • Format: Streaming
  • Quality Video: 4 Audio:4
  • Subtitles: nosubs  
  • ADDITIONAL INFORMATION ON THIS PERFORMANCE

    I Teil
    1. Die Guten gehen im gleichen Schritt
    Ohne von Ihnen zu wissen; tanzen die anderen um sie die Tänze der Zeit
    2. Wie ein Weg im Herbst
    Kaum ist er rein gekehrt, Bedeckter sich wieder
    Mit den trockenen Blättern.
    3. Verstecke
    sind unzählige, Rettung nur eine,
    Aber Möglichkeiten der Rettung
    Wieder so viele wie Verstecke
    4. Ruhelos
    5. Berceuse I
    Schlage deinen Mantel, hoher Traum,
    um das Kind
    6. Nimmermehr (Excommunicatio)
    Nimmermehr, Nimmermehr
    Kehrst du wieder die Städte
    Nimmermehr tönt die grosse Glocke über dir.
    7. “Wenn er mich immer frägt”
    Das ä, losgelöst Vom Satz, flog dahin wie ein Ball auf der Wiese
    8. Es zupfte mich jemand am Kleid
    Aber ich schüttelte ihn ab
    9. Die Weissnäherinnen
    in den Regengüssen
    10. Szene am Bahnhof
    Die Zuschauer erstarren, wenn der Zug vorbeifährt
    11. Sonntag, den 19.Juli 1910 (Berceuse II)
    (Hommage à Jeney)
    Geschlafen, aufgewacht, Geschlafen, aufgewacht,
    Elendes Leben
    12. Meine Ohrmuschel
    fühlte sich Frisch,
    Raugh, saftig an wie ein Blatt
    13. Einmal bracht ich mir das Bein
    es war das schönste Erlebnis meins Lebens
    14. Umpanzert
    Einen Augenblick lang fühlte ich mich umpanzert
    15. Zwei Spazierstöcke (Authentisch-Plagal)
    Auf Balzac Spazierstöckgriff: Ich breche alle Hindernisse
    Auf meinen: Mich brechen alle Hindernisse.
    Gemeinsam ist das “alle”
    16. Keine Rückkehr
    Von einem gewissen Punkt an gibt es keine
    Rückkehrmehr. Dieser Punkt ist zu erreichen
    17. Stolz (1910/15 November, sehn Uhr)
    Ich werde mich nicht müde werden lassen.
    Ich werde in meine Novelle hineinspringen und
    Wenn es mir das Gesicht zerschneiden sollte
    18. Träumend hing die Blume
    am hohen Stengel
    Abenddämmerung umzog sie.
    19. Nichts dergleichen

    II. Teil
    Der wahre Weg
    geht über ein Seil, das nicht in der Höhe
    Gespannt ist, sondern knapp über den Boden.
    Es scheint mehr bestimmt, stolpern zu machen, als begangen zu werden

    III. Teil
    1. Haben? Sein?
    Es gibt kein Haben, nur ein Sein, nur ein nach letztem Atem,
    nach Ersticken verlangendes Sein
    2. Der Coitus als Bestrafung
    des Glückes des Beisammenseins
    3. Meine Gefägnisszelle
    meine Festung
    4. Schmutzig bin ich, Milena
    endlos schmutzig, darum mache ich ein solches Geschrei mit der
    Reinheit. Niemand singt so rein als die, welche in der tiefsten Hölle sind;
    Was wie für den Gesang der Engel hallen, ist ihr Gesang
    5. Elendes Leben (Double)
    Geschlafen, aufgewacht, geschlafen, aufgewacht, elendes Leben
    6. Der begrenzte Kreis
    ist rein
    7. Ziel, Weg, Zögern
    Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern
    8. So fest
    wie die Hand den Stein hält. Sie hält ihn
    Aber fest, nur um ihn desto weiter zu verwerfen.
    Aber auch in jene Weite führt der Weg
    9. Penetrant Jüdisch
    Im Kampf zwischen dir und der Welt sekundiere der Welt
    10. Verstecke (Double)
    Verstecke sind unzählige,
    Rettung nur eine,
    Aber Möglichkeiten der Rettung
    Wieder so viele wie Verstecke
    11. Staunend sahen wir das grosse Pferd
    Es durchbrach das Dach unserer Stube.
    Der bewölkte Himmel zog sich schwach entlang des gewaltigen
    Umrisses, und rauschend flog die Mähne im Wind
    12. Szene in der Elektrischen/1910:
    “Ich lud im Traum die Tänzerin Eduardowa, sie möchte doch den
    Csárdás noch einmal tanzen”
    Die Tänzerin Eduardowa, eine Liebhaberin der Musik, fährt wie überall
    so auch in der Elektrischen in Begleitung zweier Violinisten, die sie häufig
    spielen lädt. Denn es besteht kein Verbot, warum in der Elektrischen nicht gespielt
    werden dürfte, wenn das Spiel gut, den Mitfahrenden angenehm ist und nichts kostet,
    das heißt, wenn nachher nicht eingesammelt wird.
    Es ist allerdings im Anfang lang findet jeder, es sei unpassend.
    Aber bei voller Fahrt, starkem Luftzug und stiller Gasse klingt es hübsch.

    IV. Teil
    1. Zu spät (22. Oktober 1913)
    Zu spät. Die süssigkeit der Trauer und der Liebe. Vor ihr angelächelt werden im Boot.
    Das war das Allerschönste. Immer nur das Verlangen, zu sterben und das Sich-noch-Halten,
    Das allein ist Liebe.
    2. Eine lange Geschichte
    Ich sehe einem Mädchen in die Augen, und es war eine sehr lange Liebsgescichte mit
    Donner und Küssen und Blitz. Ich lebe rasch.
    3. In memoriam Robert Klein
    Noch spielen die Jagdhunde im Hof, aber das
    Wild entgeht ihnen nicht, so sehr es jetzt schon durch die Walder jagt.
    4. Aus einem alten Notizbuch
    Jetzt am Abend, nachdem ich von sechs Uhr früh angelernt habe,
    Bemerkte ich, wie meine linke Hand die Rechte schon ein Weilchen lang
    aus Mitleid bei den Fingern umfasst hielt.
    5. Leoparden
    Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer;
    das wiederholt sich immer wieder; schliesslich kann man es vorausberechnen,
    und es wird ein Teil der Zeremonie.
    6. in memoriam Joannis Pilinszky
    Ich kann… nicht eigentlich erzählen, ja fast nicht einmal reden;
    wenn ich erzähle, habe ich meistens ein Gefühl, wie es kleine Kinder haben könnten,
    die die ersten Gehversuche machen

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